Die Stufen des Haarzyklus

Wachstumsphasen der Haare

Was ist der sogenannte Haarzyklus?

Mit dem Terminus „Haarzyklus“ wird die sich ständig wiederholende Abfolge von drei Phasen bezeichnet, die sich in jedem einzelnen Haarfollikel – Follikel sind röhrenförmige Einstülpungen in der obersten Hautschicht – ereignet. Dabei handelt es sich um die Anagenphase (Wachstumsphase), die Katagenphase (Übergangsphase) und die Telogenphase (Endphase). Jeder einzelne Haarfollikel durchläuft einen spezifischen Haarzyklus, der nicht synchron mit dem der anderen abläuft. Dadurch wird verhindert, dass zur gleichen Zeit massenhaft Haare ausfallen, was bei bis zu 150.000 Kopfhaaren, die der Mensch besitzt, auch ganz gut ist. Der synchrone Verlust von vielen Haaren ist aber im Tierreich bei einigen Arten zu beobachten.

Anagenphase

Zu Beginn der Anagenphase, die auch Wachstumsphase genannt wird, bildet der Körper aus Zellen eine neue Haarwurzel. Diese fängt anschließend damit an, ein neues Haar zu produzieren. Dieses wird immer weiter nach oben gedrückt, bis der Haarschaft sichtbar aus de Kopfhaut herausragt. Haare, die sich in der Anagenphase befinden, werden als Papillarhaare bezeichnet. Ihre durchschnittliche Wachstumsgeschwindigkeit liegt bei etwa einem Zentimeter pro Monat. Ungefähr 80 bis 90% aller Kopfhaare eines gesunden Menschen befinden sich in der Anagenphase. Das lässt sich auch dadurch erklären, dass die Anagenphase deutlich länger als die Kataegen- oder Telogenphase ist. Die Dauer der Anagenphase – welche auch die mögliche Länge des Haars determiniert – schwankt bei menschlichen Kopfhaaren zwischen zwei bis sechs Jahren. Abhängig ist die genaue Länge der Zeitspanne nicht nur von Determinanten wie Alter, Geschlecht und der genauen Position des Haares auf dem Kopf, sondern teilweise auch von der Haarpflege im weitesten Sinne. Denn für ein gesundes und kräftiges Haar ist die Zufuhr von Nährstoffen wie Vitaminen, Aminosäuren und den wichtigsten Spurenelementen unerlässlich.

Katagenphase

Die Katagenphase gekennzeichnet, dass keine neuen Haarzellen mehr produziert werden und sich die Haarfollikel verengen. Schließlich löst sich das Haar und beginnt zu verkümmern. Haare, die sich in der Katagenphase befinden, werden auch Beethaare genannt. In dieser Übergangsphase befinden sich beim Menschen gleichzeitig aber nur relativ wenige – normal ist rund 1% – der Kopfhaare. Das liegt auch maßgeblich daran, dass diese Phase nur etwa drei Wochen andauert.

Telogenphase

Bis zu 18% aller Kopfhaare können sich in der sogenannten Telogenphase befinden und werden in diesem Stadium auch Kolbenhaare genannt. Sie sind nur noch lose mit der Kopfhaut verbunden und fallen vor allem beim Kämmen, Bürsten und Waschen der Haare aus. In diesem auch als Endphase bezeichneten Zeitabschnitt, der bis zu vier Monate andauern kann, wird aber auch der Grundstein für einen neuen Anfang gelegt. Denn hier beginnen die Haarfollikel, sich nach und nach wieder neu zu generieren. Schließlich kommt es wieder zu Zellteilungen, ein Haar beginnt zu entstehen und der Zyklus wird erneut durchlaufen.

Wie lässt sich feststellen, in welchem Teil des Haarzyklus sich ein Haar befindet?

Welche Phase des Haarzyklus ein Haar gerade durchläuft, kann durch ein sogenanntes Trichogramm ermittelt werden. Dazu werden Haare entfernt und mikroskopisch untersucht werden. Anschließend kann durch Hochrechnungen ermittelt werden, wie viel Prozent der Haare sich jeweils in welchen Phasen befinden. Durch einen Vergleich mit einer normalen Verteilung lassen sich Diagnosen aufstellen, verwerfen oder absichern. Durch das noch nicht so weit verbreitete Computertrichogramm ist es sogar möglich, den prozentualen Anteil der Haare in der Anagenphase zu ermitteln, ohne dafür Haare entfernen zu müssen. Hierfür genügt es, die Haare in bestimmten Bereichen zu kürzen.

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